Als Disponent sind Maßnahmen Arbeitsaufträge, Hinweise oder automatisch ausgeführte Schritte. Dabei ist nicht unmittelbar relevant, welche technische Implementierung im Hintergrund verwendet wird. Entscheidend ist, wann Maßnahmen erscheinen, was sie bedeuten, wie sie ausgeführt werden und wie ihr Status zu interpretieren ist.
Wie Maßnahmen entstehen
Maßnahmen entstehen nicht manuell, sondern auf Basis vordefinierter Regeln der Leitstelle. Sobald sich ein Einsatz ändert, prüft das System automatisch, welche Maßnahmen für diesen Einsatz relevant sind. Das passiert unter anderem bei:
Änderungen am Einsatzort
Hinzufügen oder Entfernen von Ressourcen
Änderungen an Stichwörtern
Disponieren eines Einsatzes
Trifft eine Regel zu, wird die entsprechende Maßnahme automatisch zum Einsatz hinzugefügt. Trifft sie nicht mehr zu, wird sie wieder entfernt.
KANN und MUSS Maßnahmen
Maßnahmen sind fachlich unterschiedlich gewichtet. KANN Maßnahmen sind optional. Sie dienen als Unterstützung oder Hinweis. Sie können ausgeführt werden, wenn diese fachlich erforderlich werden, sind aber nicht zwingend erforderlich.
MUSS Maßnahmen sind verpflichtend. Sie kennzeichnen Schritte, die aufgrund der Konfiguration vorgesehen sind. MUSS Maßnahmen bleiben sichtbar, bis sie abgeschlossen oder bewusst behandelt wurden. Diese Kennzeichnung hat keinen Einfluss darauf, ob eine Maßnahme technisch automatisch oder manuell ausgeführt wird. Sie beschreibt ausschließlich die fachliche Relevanz.
Wann Maßnahmen ausgeführt werden
Maßnahmen können automatisch oder manuell ausgeführt werden.
Automatische Ausführung
Automatische Maßnahmen werden immer dann ausgelöst, wenn im Einsatz auf „Disponieren“ geklickt wird. In diesem Moment prüft das System alle Maßnahmen, die für eine automatische Ausführung vorgesehen sind, und startet sie nacheinander im Hintergrund. Automatische Maßnahmen laufen nicht bei jeder Einsatzänderung, sondern ausschließlich beim Disponieren.
Manuelle Ausführung
Manuelle Maßnahmen werden nicht automatisch gestartet. Sie erscheinen im Einsatz und können bei Bedarf manuell ausgelöst werden. Manche Maßnahmen dürfen nur einmal, andere mehrfach manuell ausgeführt werden.
Der Lebenszyklus einer Maßnahme
Jede Maßnahme durchläuft im Einsatz einen definierten Lebenszyklus.
Zunächst wird die Maßnahme erstellt und erscheint im Einsatz mit dem Status verfügbar.
Wird sie gestartet, wechselt sie in eine Warteschlange und anschließend in den Status in Bearbeitung.
Nach Abschluss erhält sie entweder den Status abgeschlossen oder fehlgeschlagen.
Bei Maßnahmen, die auf eine externe Rückmeldung warten, bleibt der Status zunächst auf in Bearbeitung, bis eine Rückmeldung eingeht oder ein Zeitlimit überschritten wird.
Status einer Maßnahme und ihre Bedeutung
Status | Bedeutung im Einsatz |
Verfügbar | Maßnahme ist vorhanden, aber noch nicht gestartet |
In Warteschlange | Maßnahme wurde ausgelöst und wartet auf Ausführung |
In Bearbeitung | Maßnahme wird aktuell ausgeführt oder wartet auf Rückmeldung |
Abgeschlossen | Maßnahme wurde erfolgreich ausgeführt |
Fehlgeschlagen | Maßnahme konnte nicht erfolgreich abgeschlossen werden |
Nicht unterstützt | Maßnahme kann in dieser Sitzung technisch nicht ausgeführt werden |
Maßnahmen mit externer Rückmeldung
Einige Maßnahmen gelten nicht sofort als abgeschlossen, sondern warten auf eine externe Bestätigung. In diesen Fällen wird die Maßnahme gestartet und bleibt im Status in Bearbeitung, bis eine Rückmeldung von einem angebundenen System eingeht. Diese Rückmeldung bestätigt entweder den Erfolg oder meldet einen Fehler.
Geht innerhalb einer definierten Zeit keine Rückmeldung ein, wird die Maßnahme automatisch als fehlgeschlagen markiert. Dadurch kann erkannt werden, ob ein technischer Schritt tatsächlich erfolgreich war.
Mehrfach auftretende Maßnahmen
Je nach Einsatzlage kann dieselbe Maßnahme mehrfach im Einsatz erscheinen.
Das passiert zum Beispiel dann, wenn eine Maßnahme für mehrere passende Ressourcen, Stichwörter oder andere Einsatzmerkmale gilt. Jede dieser Situationen erzeugt eine eigene Maßnahme. Diese Maßnahmen sehen ähnlich aus, enthalten aber jeweils einen konkreten Bezug, etwa zu einer bestimmten Ressource. So ist nachvollziehbar, warum die Maßnahme entstanden ist. Angeschlossene Schnittstellen können den Bezug für bestimmte technische Verhaltensweisen nutzen.
Reihenfolge und Hintergrundausführung
Automatische Maßnahmen werden im Hintergrund ausgeführt und nacheinander abgearbeitet. Sie blockieren nicht die Arbeit im Einsatzleitsystem. Statusänderungen werden automatisch aktualisiert und angezeigt.
