Alle Maßnahmenvorlagen werden ausschließlich im Administrationsbereich einer Leitstelle gepflegt. In der Sitzung und im Einsatz werden diese Vorlagen nicht verändert, sondern lediglich ausgewertet. Sobald die definierten Bedingungen erfüllt sind, wird aus einer Vorlage eine konkrete Maßnahme im Einsatz erzeugt.
Beschreibung der Maßnahme
Die Beschreibung ist der sichtbare Text der Maßnahme im Einsatz. Sie sollte fachlich eindeutig formuliert sein und klar beschreiben, was zu tun ist oder was automatisch ausgeführt wird.
Kennzeichnung als KANN oder MUSS Maßnahme
Jede Maßnahmenvorlage kann als KANN oder MUSS Maßnahme gekennzeichnet werden. Diese Kennzeichnung hat keinen Einfluss auf die technische Ausführung, sondern auf die fachliche Gewichtung der Maßnahme im Einsatz.
Eine KANN Maßnahme ist optional. Sie dient als Hinweis oder Unterstützung für den Disponenten und kann bei Bedarf ausgeführt oder ignoriert werden.
Eine MUSS Maßnahme ist verpflichtend. Sie signalisiert, dass ein definierter Schritt zwingend vorgesehen ist. MUSS Maßnahmen bleiben im Einsatz sichtbar, bis sie abgeschlossen oder bewusst behandelt wurden.
Ausführungsart der Maßnahme
Die Ausführungsart legt fest, wie und wann eine Maßnahme ausgeführt wird.
Manuelle Maßnahmen werden nicht automatisch gestartet. Sie erscheinen im Einsatz und müssen aktiv vom Disponenten ausgelöst werden. Je nach Konfiguration können sie einmalig oder mehrfach ausgeführt werden.
Automatische Maßnahmen werden immer dann ausgelöst, wenn im Einsatz auf „Disponieren“ geklickt wird. Das System prüft in diesem Moment alle Maßnahmen, die für eine automatische Ausführung vorgesehen sind, und startet sie entsprechend ihrer Konfiguration. Automatische Maßnahmen können einmalig, dauerhaft oder einmalig mit späterer manueller Wiederholung ausgeführt werden. Die Ausführungsart entscheidet damit, ob eine Maßnahme ausschließlich als Aufgabe angezeigt wird oder ob sie systemseitig aktiv ausgeführt wird.
Bedingungen für die Entstehung einer Maßnahme
Ob eine Maßnahmenvorlage im Einsatz greift, wird über Bedingungen gesteuert. Bedingungen vergleichen definierte Einsatzdaten mit vorgegebenen Werten.
Eine Vorlage kann eine oder mehrere Bedingungen enthalten. Diese Bedingungen werden bei jeder relevanten Änderung des Einsatzes ausgewertet.
Sind keine Bedingungen angelegt, so wird die Maßnahme bereits bei Anlage des Einsatzes hinzugefügt.
Bezugsfelder für Bedingungen
Die folgenden Bezugsfelder stehen für Bedingungen zur Verfügung:
Bezugsfeld | Beschreibung |
Einsatzort | Gesamte textuelle Darstellung des Einsatzortes |
Ortsteil | Ortsteil oder Bezirk aus der Adresse des Einsatzortes |
Stadt | Stadt aus der Adresse des Einsatzortes |
Objekt ID | Interne Kennung eines POI am Einsatzort |
Objektname | Name eines POI am Einsatzort |
Stichwort | Alle im Einsatz hinterlegten Stichwörter |
Ressource | Rufnamen aller dem Einsatz zugeordneten Ressourcen |
Ressourcen ID | Interne Kennung der eingesetzten Ressourcen |
Ressourcenstandort | Standort oder Wache der eingesetzten Ressourcen |
Alle diese Felder werden dynamisch aus den aktuellen Einsatzdaten ermittelt. Bei Feldern mit mehreren möglichen Werten, etwa Stichwörtern oder Ressourcen, wird jeder einzelne Wert in die Auswertung einbezogen.
Operatoren für Bedingungen
Für jede Bedingung wird festgelegt, wie der Vergleich durchgeführt wird.
Operator | Bedeutung |
Enthält | Prüft, ob ein Feldwert den angegebenen Text enthält |
Enthält nicht | Prüft, ob kein Feldwert den angegebenen Text enthält |
Beginnt mit | Prüft, ob ein Feldwert mit dem angegebenen Text beginnt |
Endet mit | Prüft, ob ein Feldwert mit dem angegebenen Text endet |
Ist gleich | Prüft, ob ein Feldwert exakt dem angegebenen Text entspricht |
Immer wahr | Die Bedingung gilt unabhängig vom Einsatz immer als erfüllt |
Die Auswertung erfolgt ohne Berücksichtigung von Groß und Kleinschreibung.
Logik zur Auswertung der Bedingungen
Für jede Maßnahmenvorlage wird festgelegt, wie mehrere Bedingungen miteinander verknüpft werden. Entweder müssen alle definierten Bedingungen erfüllt sein, damit die Vorlage greift, oder es reicht aus, wenn mindestens eine Bedingung erfüllt ist.
Regeln zur mehrfachen Erstellung
Maßnahmenvorlagen können so konfiguriert werden, dass sie mehrfach im selben Einsatz entstehen. Dabei gilt folgende Logik: Jede zutreffende Bedingung erzeugt eine eigene Maßnahme im Einsatz. Trifft eine Vorlage beispielsweise auf mehrere Ressourcen oder mehrere Stichwörter zu, wird für jeden dieser Treffer eine separate Maßnahme erzeugt.
Jede erzeugte Maßnahme enthält dabei einen eindeutigen Bezug zum auslösenden Wert, etwa den Namen einer Ressource oder ein Stichwort. So bleibt erkennbar, warum diese Maßnahme entstanden ist. Bereits vorhandene Maßnahmen werden dabei nicht doppelt erzeugt.
Optionale externe Erfolgsbestätigung
Maßnahmen können so konfiguriert werden, dass sie erst nach einer externen Bestätigung als erfolgreich gelten. Wird diese Option aktiviert, erzeugt die Maßnahme beim Start ein Ereignis mit einer eindeutigen Kennung. Diese Kennung muss über die API als erfolgreich oder fehlerhaft quittiert werden. Erfolgt keine Quittierung, bleibt die Maßnahme offen. Diese Funktion ist insbesondere für technische Integrationen vorgesehen.
Optionale Zeitbegrenzung
Für Maßnahmenvorlagen kann eine maximale Wartezeit definiert werden.
Wird innerhalb dieser Zeit weder eine erfolgreiche Ausführung noch eine externe Bestätigung empfangen, wechselt die Maßnahme automatisch in einen Fehlerzustand. Dadurch werden technische Probleme oder ausbleibende Rückmeldungen sichtbar und können gezielt bearbeitet werden.
